Die Kampagne seit 2012

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Großer Hörsaal, 9. März 2013: Rund 350 Aktive der IG Metall Jugend haben sich an diesem symbolischen Ort eingefunden, um die Kampagne „Revolution Bildung“ zu starten. Wo Adorno und Horkheimer kritische Theorie lehrten, wollten sie ihrem Unmut über ein Bildungssystem Ausdruck verleihen, das immer weniger darauf ausgerichtet ist, zu kritischem Denken zu befähigen, in dem Chancen und Zugang zunehmend ungerecht verteilt sind und das immer stärker an reinen Marktbedürfnissen ausgerichtet ist. 

Party zum Kampagnenstart in Frankfurt am Main

Mit dem Bildungskongress im März 2013 war der Grundstein gelegt für einen umfassenden Diskussionsprozess in der IG Metall Jugend, der die Arbeit in den kommenden Monaten entscheidend mit prägen sollte. Im Zentrum stand dabei nicht nur die Frage, welchen Begriff von Bildung man zugrunde legen wolle, wenn es um die Ableitung bildungspolitischer Forderungen gehen würde, es ging stets auch ganz praktisch darum, was die Gewerkschaft in ihrem ureigenen, unmittelbaren Wirkungsbereich verbessern könnte.

Rund ein Jahr später, Ende März 2014, fand der nächste entscheidende Termin in Stuttgart statt. Auf dem zweiten Bildungskongress der IG Metall Jugend wurden in einer lebhaften und zuweilen auch kontroversen Diskussion jene Forderungen herausgearbeitet, die bis heute im Zentrum der Kampagne stehen.

Diskussion um die Forderungen der Kampagne: Stuttgart im März 2014

Seitdem wird immer deutlicher sichtbar, worum es den Mitgliedern der IG Metall geht, wenn sie über Bildung diskutieren: Selbstbestimmte Bildung auf der Höhe der Zeit. Bildung, die persönlich weiterbringt – und die zum gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Fortschritt gleichermaßen beiträgt. Kurz: Moderne Bildung.

Ein erster Schritt auf diesem Weg war es, den Arbeitgebern im Frühjahr ihr Zugeständnis zu einer Bildungsteilzeit abzuringen, die allen Beschäftigten das grundsätzliche Recht gibt, sich im Rahmen eines Teilzeitmodells während der Arbeitszeit weiter zu bilden. 

Doch der Kampf um Moderne Bildung ist noch lange nicht geschlagen. Darum stehen in den nächsten Monaten zwei Dinge auf der Agenda: Die Umsetzung der Bildungsteilzeit in den Betrieben und der verstärkte Einsatz für ein modernes Berufsbildungsgesetz, das aus Sicht der Gewerkschaft dringend einer gründlichen Überarbeitung bedarf.