Reform ist, wenn es besser wird! Heute: Existenzsichernde Ausbildungsvergütungen

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Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist gewissermaßen das Fundament der dualen Ausbildung in Deutschland, das 1969 beschlossen und 2005 leider nicht gründlich genug überarbeitet wurde. Darin werden „Ziele und Begriffe der Berufsbildung“ ebenso geregelt wie Ausbildungsordnungen oder die Anerkennung von Ausbildungsberufen – und eben auch die Ausbildungsvergütung. Demnach haben Ausbildende den „Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren“, die „nach dem Lebensalter der Auszubildenden so zu bemessen“ ist, „dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigt“ (§17 BBiG).

Was in schönstem Juristenkauderwelsch eigentlich ganz gut klingt – schließlich steht da was von „mindestens jährlicher Steigerung“ – entpuppt sich auf den zweiten Blick als das, was man früher gerne Papiertiger nannte. Denn was eigentlich „angemessen“ ist, das wird leider nicht definiert. Damit können Auszubildenden nicht nur als billige Arbeitskräfte mißbraucht werden, sie sind vor allem häufig auf Unterstützung durch Eltern oder Verwandte angewiesen oder müssen sogar nebenher noch Geld verdienen, um über die Runden zu kommen. Das ist nicht nur der unklaren Definition dessen geschuldet, was eigentlich als „angemessen“ zu betrachten ist, die Ausbildungsvergütung soll nach geltender Rechtslage die Lebenshaltungskosten lediglich „bestreiten helfen“.

Die Gewerkschaftsjugend sieht es jedoch als notwendig an, dass Auszubildende und Dual Studierende eine existenzsichernde Ausbildungsvergütung erhalten, die ein eigenständiges Leben ermöglicht und zugleich die notwendigen Aufwendungen für Fahrtkosten sonstige Ausgaben im Zusammenhang mit der Ausbildung abdeckt. Nur so kann das BBiG nach Auffassung der IG Metall Jugend seiner Schutzfunktion für Auszubildende und Dual Studierende auch in Zukunft gerecht werden.