Reform ist, wenn es besser wird! Heute: Das Duale Studium

Bild: Staatl. Ingenieurschule für Feinwerktechnik 1954, Bundesarchiv, CC-BY-SA 3.0

Das duale Studium erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Ob als ausbildungsintegrierendes oder praxisintegrierendes Studium – es verbindet betriebliche Ausbildung und akademische Theorie mit beruflicher Praxis und bereitet so optimal auf eine Arbeitswelt vor, in der die Anforderungen in allen Bereichen ständig steigen. Zudem kann es dazu dienen, die Durchlässigkeit akademischer Ausbildungswege zu öffnen und Studierenden die häufig fehlende Praxiserfahrung zu vermitteln.

Doch ist das duale Studium gegenwärtig kaum gesetzlich geregelt, die vertragliche Basis wird im besseren Fall zwischen dem ausbildenden Betrieb und der Uni oder Fachhochschule geregelt, im ungünstigeren Fall sogar individuell verhandelt. Das führt häufig sowohl zur Überlastung der dual Studierenden als auch Defiziten in der Ausbildung, die vermeidbar sind.

Aus Sicht der IG Metall sollte eine Evaluierung des BBiG darum Bestimmungen zur Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Hochschule und, wo notwendig, auch zur Berufsschule enthalten. Auch die Anforderungen an Ausbildungsstätte und Ausbildungspersonal sollten verbindlich festgelegt werden, ebenso wie die Ausbildungsvergütung, die aktuell oft viel zu niedrig ist. Von ebenso großer Bedeutung ist es, die Ausgestaltung der Ausbildungsverträge zwischen Studierenden und Betrieben zu regeln. Damit soll sichergestellt werden, dass etwa Freistellungen für Vorlesungen, Seminare, Praxisphasen, Prüfungen sowie alle weiteren Erfordernisse nicht auf den Schultern der Studierenden bzw. der Auszubildenden abgeladen werden.

Die Bundesregierung hat bei ihrem Antritt 2013 eine Evaluierung des BBiG in den Koalitionsvertrag geschrieben – und die IG Metall Jugend möchte diese Gelegenheit nutzen, um offenkundige Mängel in den aktuellen Regelungen endlich zu beheben. Dabei geht es neben den Regelungen zum Dualen Studium auch um die Durchsetzung einer Ausbildungsgarantie, um existenzsichernde Ausbildungsvergütungen, um eine garantierte Lehr- und Lernmittelfreiheit, um bessere Standards an Berufsschulen und Hochschulen und um eine grundlegende Verbesserung der Qualität in der Aus- und Weiterbildung.

In den kommenden Wochen werden die weiteren Forderungen hier im Detail erklärt.

Bleibt dran!