BBiG-Novelle: „Duale Ausbildung nicht an die Wand fahren“

Bild: Olaf Kosinsky/Skillshare.eu

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD wurde die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vereinbart. Dort ist zu lesen:

„Wir wollen die duale Ausbildung stärken und modernisieren. Wir werden das Berufsbildungsgesetz evaluieren und Anpassungen prüfen, insbesondere in Hinblick auf die Erhöhung der Durchlässigkeit, die Stärkung der Ausbildungsqualität und gestufter Ausbildungen, die Bildung von Berufsfamilien und die Sicherung des Ehrenamtes in den Prüfungsgremien.“

Doch unternommen hat die Regierung fast nichts, was wohl vor allem an Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) liegen dürfte, von der seit der im Frühjahr erfolgten Evaluierung des BBiG nichts weiter zu hören war. Dabei liegt der Reformbedarf auf der Hand, spätestens seit der Vorstellung des DGB-Ausbildungsreports. Demnach gibt es massiven Handlungsbedarf bei der Qualität von Ausbildungsplätzen: Etwa 10 Prozent der Azubis müssen ausbildungsfremde Tätigkeiten ausüben, ein Drittel leistet unbezahlte Überstunden, und viele Auszubildende erhalten zu wenig oder gar keine fachliche Anleitung durch Ausbilderinnen oder Ausbilder.

Rainer Spiering, Abgeordneter für die SPD im Bundestag und zuständiger Berichterstatter zum Thema BBiG, fordert Wanka denn auch zum Handeln auf: „Landauf, landab wird von der dringend notwendigen Stärkung der beruflichen Bildung gesprochen. Die Koalition im Bund hat die Chance, durch eine Reform des Berufsbildungsgesetzes Verbesserungen etwa bei der Qualität der Ausbildung zu erreichen“, so Spiering, der auch auf diesem Blog schon interviewt wurde. Auch die Partei Die Linke fordert eine Novellierung des 40 Jahre alten Gesetzes noch in dieser Legislatur.

Um den Druck auf die Ministerin nochmals zu erhöhen, lädt die DGB Jugend die Ausbildungsexpert_innen der Parteien Ende November zu einem Parlamentarischen Abend ein. „Wir wollen ein Signal in Richtung Bundestagswahl setzen: Wer die duale Ausbildung nicht an die Wand fahren will, muss die Qualität der Ausbildung unbedingt verbessern“, so die zuständige Fachreferentin der DGB Jugend Anna Leona Gerhardt.

Auch die IG Metall Jugend hat in den letzten 12 Monaten die Diskussion mit Bundestagsabgeordneten im ganzen Land gesucht und mit den Politikerinnen und Politikern in ihren jeweiligen Wahlkreisen intensive Diskussionen über die dringend notwendige Reform geführt.

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