Ausbildung und Probezeit: Auf was ihr besonders achten müsst

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Anders als für Arbeitsverträge oder eben auch für Fahranfänger gibt es bei der Berufsausbildung keine einheitliche Probezeit, ihre Dauer wird zwischen euch und dem ausbildenden Betrieb vereinbart. Ihre Dauer muss aber zwischen einem Monat und vier Monaten liegen, das gibt §20 des Berufsbildungsgesetzes vor. Die Vereinbarung einer anderen Probezeit etwa von sechs Monaten gilt nur für den Bereich der Altenpflege, in allen anderen Fällen wäre eine Abweichung unzulässig – und damit schlicht ungültig. Wird die Ausbildung während der Probezeit um mehr als ein Drittel dieser Zeit unterbrochen, so verlängert sich die Probezeit um den Zeitraum der Unterbrechung, bei kurzfristigen Unterbrechungen etwa wegen einer Erkältung kommt eine Verlängerung hingegen nicht in Frage. 

Die Probezeit ist für beide Seiten eine Art Testlauf. Euer Betrieb probiert es mit euch – und ihr checkt euren Betrieb: Habt ihr den richtigen Beruf gewählt? Bildet der Betrieb anständig aus? Werden eure Wünsche und Erwartungen an eine gute Ausbildung erfüllt? Wenn nicht, könnt ihr in der Probezeit ohne Angabe von Gründen fristlos kündigen. Aber Vorsicht: Das gleiche gilt auch für den Ausbilder: Wenn der Chefin etwa die Farbe eurer Schuhe nicht passt oder ihr euch tatsächlich völlig daneben verhalten habt, dann könnt ihr von einem auf den anderen Tag rausgeschmissen werden.

Nach Ablauf der vereinbarten Probezeit gibt es für den Betrieb dann nur noch wenige Möglichkeiten, euch zu kündigen. Wenn ihr also nicht gerade unter zwanghafter Kleptomanie leidet oder morgens gerne betrunken zur Arbeit erscheint, dann hat die Zitterpartie der ersten Monate jetzt ein Ende und ihr könnt euch in aller Ruhe auf eure Ausbildung konzentrieren. 

Wichtig ist dabei, auch die Ausbildungsqualität im Auge zu haben. Denn ihr seid schließlich in der Ausbildung, um einen Beruf zu erlernen – und nicht als preiswerte Aushilfskraft. Wenn es hier Probleme gibt, denkt immer daran: Ihr seid nicht allein. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) ist für eben solche Situationen da. Ihre Mitglieder sind selber in der Ausbildung oder haben diese erst vor Kurzem abgeschlossen. Sie wissen, wo der Schuh drücken kann, haben Erfahrung und jede Menge Wissen. Du kannst deine JAV jederzeit ansprechen – auch während der Arbeitszeit.